05
Mai

Diese Frage stellt sich wohl fast jeder Mensch im Laufe seines Berufslebens: Welcher Job ist der
richtige für mich? Traditionell stellt sich diese Frage zum Ende der Schulzeit. Aber auch Menschen,
die schon einige Jahre im Beruf sind und die morgens wieder gut gelaunt zur Arbeit gehen möchten
oder die sich nicht gefordert fühlen, empfehle ich, sich diese Frage alle paar Jahre mal wieder zu
stellen.

Aber wie kann die Antwort herausgefunden werden? Im Coaching lege ich Wert auf eine umfassende
Betrachtungsweise der Stärken, Ressourcen, Fähig- und Fertigkeiten, Interessen, Leidenschaften und
Erfolge, aber auch der „Energievampire“, also der Tätigkeiten, die einem schlichtweg die Kraft
aussaugen.

Der Wendepunkt in der Karriere

In meiner Coachingpraxis höre ich öfter von Kunden, dass sie sich um 180 Grad verändern und etwas
komplett anderes machen möchten. Zum Beispiel Fachkräfte, die lange im sozialen Bereich tätig sind
oder waren, und im neuen Karriereabschnitt gern im Büro arbeiten möchten – möglichst ohne
jeglichen Menschenkontakt.
Oder anders Menschen, die strategische, konzeptionelle oder administrative Tätigkeiten ausüben
und keinen Sinn in ihrer aktuellen Tätigkeit sehen. Sie möchten gern zukünftig mehr mit Menschen
arbeiten.

Woran könnte es nun liegen, dass jemand scheinbar das komplette Gegenteil von dem machen
möchte, was er oder sie zurzeit beruflich ausübt? Ein potenzieller Grund: Es kann daran liegen, dass
er oder sie seine oder ihre Stärken nicht voll einsetzen kann. Es kann sogar sein, dass derjenige oder
diejenige eher angehalten ist, eigene Schwächen zu kompensieren. Ein anderer Grund: Jemand
bekommt zu wenig Wertschätzung für die geleistete Arbeit oder erlebt seine Arbeit nicht als Beitrag
zum großen Ganzen, weil beispielsweise Team-, Abteilungs- und/oder Unternehmensziele nicht
ausreichend oder gar nicht kommuniziert werden.

Standortbestimmung – So entdecken wir Ihre Kompetenzen, Ihre Werte und Wünsche

Eine intensive Analyse über die eigenen Fähig- und Fertigkeiten, Interessen, Leidenschaften, Erfolge
kann ergeben, dass es im Grunde der richtige Job ist, aber nicht das richtige Umfeld. Oder es ist das
richtige Umfeld, nur der Job darf sich ein Stück weit verändern. Oder dass Sie den Schritt wagen, das
zu tun, was Sie eigentlich schon länger immer wieder in Erwägung gezogen haben.

Diese Bestandteile können ausschlaggebend für die neue Karriere sein:

  • Was treibt Sie an? Was ist Ihre Motivation?
    Beantworten Sie sich folgende Fragen: Wie wichtig sind Ihnen finanzielle Anreize? Stehen Sie gern
    im Wettbewerb mit anderen? Wie wichtig ist Ihnen Ihre persönliche und fachliche
    Weiterentwicklung? Wie sieht Ihr Idealarbeitsumfeld aus: stetig oder dynamisch, modern oder
    traditionell, ein eher strukturiertes Umfeld oder flexibel? Möchten Sie viele Menschen um sich
    haben? Wie viel Freiheit oder Gestaltungsspielraum benötigen Sie bei Ihrer Arbeit? Motiviert Sie
    Erfolg? Arbeiten Sie gern eigenständig oder nach Anweisung. Wie wichtig sind Ihnen
    Statussymbole? Welche wären das? Generieren Sie gern Ideen, entwickeln Visionen? Übernehmen
    Sie gern Verantwortung für andere? Wie wollen Sie Ihre Life-Balance gestalten?
  • Fachkompetenz
    Welches Fachwissen haben Sie erworben und wurde in Form von Zertifikaten und Zeugnissen
    offiziell anerkannt? Vom Führerschein über Schul- und Studienabschluss bis zu Berufsausbildung
    und Weiterbildungen.
  • Feldkompetenz
    In welchen Fachbereichen, Firmen, Branchen, Organisationen haben Sie Erfahrungen gesammelt?
    Für welche konkreten Aufgaben waren Sie verantwortlich (bspw.: Neukundenakquise,
    Softwareentwicklung, Erstellung von Monats- und Jahresabschlüssen, Prozessoptimierung,
    Preisgestaltung, Beschwerdemanagement, Entwicklung und Umsetzung von
    Betreuungskonzepten in der Pflege, Vertragsverhandlung, Auftragsabwicklung)?
  • Methodenkompetenz
    Welche Methoden nutzen Sie, welcher Vorgehensweisen bedienen Sie sich, um Aufgaben zu
    erfüllen, Ziele zu erreichen, Fachwissen sich anzueignen und anzuwenden (lösungsorientierte
    Arbeitsweise, Planungsvermögen, analytisches Denken, Organisationsfähigkeit, strategisches oder
    operatives Arbeiten, kreativ, detailorientiert etc.)
  • Sozialkompetenz
    Wie sind Sie im Kontakt mit anderen, wie interagieren Sie, um erfolgreich mit anderen
    zusammenzuarbeiten? (Sind Sie anpassungsbereit? Sind Sie ein guter Zuhörer? Sind Sie ein starker
    Netzwerker? Weitere Beispiele für Sozialkompetenzen: empathisch, kommunikationsstark,
    hilfsbereit, führend, unterstützend, zurückhaltend, kooperativ, offen, konflikt- und kritikfähig,
    kontaktfreudig)
  • Persönlichkeitskompetenz
    Nach welchen persönlichen Werte und Normen handeln Sie? (Beispiele hierfür können sein:
    Selbstvertrauen, Selbstständigkeit, Ausdauer, Stabilität, Lernbereitschaft, Kreativität,
    Veränderungsbereitschaft, Authentizität, Handlungsbereitschaft, Einflussnahme,
    Verantwortungsbereitschaft, Pflichtbewusstsein, Loyalität, Integrität)

Übrigens:
Bei manchen Kompetenzen gibt es ein sowohl als auch: Beispielsweise Respekt und Wertschätzung
kann sowohl als Sozialkompetenz als auch als Persönlichkeitskompetenz gelten. Je nach Grad der
Kompetenzstärke kann dies auch bei beiden eingetragen werden.

Und es gibt noch weitere Fragen, die Aufschluss über Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen geben können:
Welche Bücher interessieren Sie? Über welche Themen unterhalten Sie sich gern? Welches Thema hätte eine Ausstellung oder Messe, zu der Sie gerne gehen würden? Wessen Job hätten Sie gern? Was genau macht diesen Job so attraktiv?

Überlegen Sie auch:

  • Wofür wurden Sie in der Vergangenheit gelobt?
  • Bei der Lösung von welchen Problemen sind Vorgesetzte und KollegInnen auf Sie zugekommen?
  • Was würde ein Freund oder eine Freundin oder ein Vorgesetzter oder Kollegin als Ihre Kompetenzen nennen?
  • Welche Kompetenz haben Sie in der Vergangenheit angewendet, um eine Fragestellung zu lösen?

Was sind Ihre Erfolge? Bei welchen Arbeiten vergessen Sie Raum und Zeit und gehen voller
Begeisterung darin auf? Wann bringen Sie so richtig Ihre PS auf die Straße?

Was sind Ihre „Energievampire“? Welche Tätigkeiten kosten Sie jede Menge Kraft oder gehen Ihnen
nicht so leicht von der Hand? Was macht Ihnen überhaupt keinen Spaß?

Holen Sie sich Feedback

Fragen Sie auch Menschen aus Ihrem Familien-, Freundes- und Bekannten- und Kollegenkreis:

  1. „Was sind aus deiner Sicht meine drei größten Kompetenzen?“
  2. „Bei welchen Projekten, bei der Lösung welcher Fragestellung würdest du als Erstes an mich
    denken?“
  3. „Welche drei Tätigkeiten gehen mir aus deiner Sicht leicht von der Hand?“

Am Ende Ihrer Analyse definieren Sie aus jedem Feld drei Kompetenzen, die Sie unbedingt weiter
anwenden möchten und drei weitere wünschenswerte Kompetenzen. Nehmen Sie sich Zeit, um
genau zu überprüfen, welche insbesondere bei Ihnen nachklingen, bei welchen Sie auf Resonanz
stoßen. Lassen Sie bei der Wahl der Top drei Kompetenzen unbedingt auch Ihr Herz und Ihr
Bauchgefühl sprechen!

Lassen Sie sich reflektieren

Als nächsten Schritt suchen Sie sich mindestens zwei Personen Ihres Vertrauens und bitten Sie sie,
gemeinsam zu überlegen, in welcher Branche, in welchem Arbeitsfeld oder in welchem
Funktionsbereich Sie Ihre Fähigkeiten einbringen können?
Überprüfen Sie, ob Sie über alle erforderlichen Qualifikationen verfügen, die Sie zum Ausüben des
Wunschjobs benötigen. Was fehlt gegebenenfalls? Wie können Sie sich das aneignen? Wen kennen
Sie, der bereits in diesem Job tätig ist? Oder wen kennen Sie, der jemanden kennt, der in diesem
Bereich oder in diesem Job bereits tätig ist oder auch war? Kontaktieren Sie ihn oder sie und fragen
Sie, wie derjenige oder diejenige auf diesen Job gekommen ist. Was macht den Job so attraktiv? Was
sind die Herausforderungen?

Sie brauchen Mut, jemanden um Hilfe zu bitten? Überlegen Sie, wie Sie reagieren würden, wenn
jemand Sie darum bittet zu erfahren, wie Sie Ihren Job erhalten haben. Wenn diese Person Sie fragt,
was das Tolle daran ist und was die Fallstricke sind? Würden Sie unterstützen? Ich würde es machen –
und viele andere Menschen auch, wenn sie um Rat gefragt werden.

Im Coaching
Wenn Sie Unterstützung bei Ihrem Anliegen benötigen, was Ihr nächster Karriereschritt sein könnte,
sprechen Sie mich gern an. Als zertifizierter Coach verfüge ich über die fachliche Ausbildung, Sie
darin zu begleiten. Für manche Situationen und Menschen ist ein neutraler Coach mit
Schweigepflicht ein besserer Begleiter, als Freunde und Familie, die aus Ihrer Rolle heraus vielleicht
nicht immer objektiv reagieren können.