10
Dez

Viele Unternehmen suchen den perfekten Kandidaten oder die perfekte Kandidatin, der hundertprozentig den Anforderungen der Stelle gerecht wird. Ja, klar – warum auch nicht!? Aber ich frage mich oft, ob das Unternehmen, das die Stellenanzeige ausschreibt, eigentlich selbst ganz genau weiß, nach wem es konkret sucht. Und ob dem, der die Anzeige schreibt, klar ist, wie diese Suche in einer Stellenanzeige mit ihrem begrenzten Raum am besten untergebracht wird …

Dieser Artikel richtet sich vor allem an diejenigen, die Stellenanzeigen formulieren. Hier lesen Bewerber, wie Sie bei Stellenanzeigen vor allem an diejenigen, die Stellenanzeigen formulieren. Hier lesen Bewerber, wie Sie bei Stellenanzeigen „zwischen den Zeilen lesen“

Stellenanzeigen zu lesen macht mir wirklich Spaß. Da gibt es Unternehmen, die einen Social-Media-Experten suchen, selbst aber nur in Printmedien annoncieren. „Na klar!“, könnte man denken, … „sonst bräuchten sie den neuen Mitarbeiter ja nicht …“ Oder ein Unternehmen sucht einen Lageristen, gern mit Ausbildung zum Industriekaufmann. Hallo?! Überqualifizierung …

Oder den Marketing Manager, für dessen Stellenanzeige 19 (!) verschiedene Aufgaben aufgeführt werden, mit weiteren elf Anforderungen. Wenn man potenzielle Bewerber abschrecken möchte, ist das der richtige Weg 😉

Aber leider gibt es die eierlegende Wollmilchsau immer noch nicht. Mein Tipp: Sie können selbst viel dafür tun, den Kandidaten anzusprechen, der am besten passt.

Was gehört in eine Stellenanzeige?

Neue Stellen in einem Unternehmen zu besetzen kann eine ebenso spannende wie nervenaufreibende Aufgabe sein. Der Albtraum jedes Entscheiders und jeder Personalabteilung ist eine ungeordnete Flut von Bewerbern. Um keine derartige Erfahrung zu machen, lohnt es sich, Zeit und Mühe in die Stellenanzeige zu investieren. Je besser und genauer Sie in der Stellenausschreibung auf den Punkt bringen, wen und welche Qualifikation Sie suchen, umso passgenauere Bewerbungen werden Sie erhalten. Denn umso konkreter Sie Ihre eigenen Vorstellungen formulieren, umso leichter wird es Ihnen später fallen, aus diesen Bewerbern den Richtigen oder die Richtige für die Stelle, das Team und das Unternehmen auszuwählen.

 

Step 1: die Stellenanzeige mit AIDA

Bevor Sie mit der Stellenanzeige beginnen, empfehle ich Ihnen, ein Anforderungsprofil zu erstellen, wie hier beschrieben. Zum Anforderungsprofil. Sobald Sie das sorgfältig durchdachte Anforderungsprofil in den Händen halten, ist es leichter, eine aussagekräftige Stellenanzeige zu formulieren.

Im fertigen Anforderungsprofil markieren Sie sich die Top drei Aufgabenbereiche plus zwei die „nice to have“ sind, sowie die Top drei Anforderungen plus zwei „nice to have“, inklusive einer Entwicklungsmöglichkeit, die Sie in der Stellenanzeige aufführen wollen. Bei der Formulierung und dem Aufbau Ihrer Stellenanzeige hilft das AIDA-Prinzip: AIDA = Attention, Interest, Desire, Action! Hier lesen Sie mehr darüber.

So bauen Sie Ihre Stellenanzeige auf

Mit den folgenden Tipps möchte ich Ihnen ein Leitfaden zur Verfügung stellen, damit Sie Ihre Wunschkandidatinnen und Wunschkandidaten schnell finden. Selbstverständlich können Sie mich auch gern buchen, damit ich diese Aufgabe für Sie übernehme. Zum Kontakt.

Der äußere Rahmen der Stellenanzeige

  • Verfassen Sie Ihre Anzeige im Corporate Design
  • Strukturieren Sie die Anzeige so, dass die Kernaussagen und Anforderungen deutlich herausstechen
  • Personifizieren Sie die Anzeige: wählen Sie ein ansprechendes Bild des Unternehmens, ein sympathisches Bild der Mitarbeiter oder des Teams, für welches Sie Verstärkung suchen

Der Inhalt der Stellenanzeige

  • „Darum geht’s“ – Der Stellen-Titel
    • Eindeutig (keine internen Job-Titel) und zielgruppenorientiert (nach welchen Stichwörtern sucht Ihre Gruppe im Netz?)
    • Geschlechtsneutral
    • Vollzeit oder Teilzeit, gegebenenfalls Praktikum
    • Startzeitpunkt
    • Standort

 

  • „Über uns…“ – Die Unternehmensbeschreibung
    • In welcher Branche und welchem Bereich sind Sie aktiv
    • National oder international
    • Größe (Zahl der Mitarbeiter)
    • Leitbild und Erfolge
    • Zusatz: Beschreibung des Teams, in dem der Bewerber oder die Bewerberin arbeiten soll (Größe, Beitrag zum Erfolg des Unternehmens)

 

  • „Ihre Aufgabe…“ ­– Die Jobbeschreibung
    • Genaue Beschreibung der Tätigkeit
    • Aufgabenziele
    • Eventuell Führungsaufgaben und Reisetätigkeit
    • Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten
    • Aufstiegschancen

 

  • „Ihre Qualifikation…“ – Anforderungen und Qualifikationen
    • Ausbildung
    • Berufliche Erfahrung
    • Sprachkenntnisse
    • Soziale Kompetenzen, Stärken

 

  • „Unsere Leistungen…“ – Gute Gründe für Ihre Firma

Übrigens: Die Mitarbeitervorteile lassen sich auch klasse in Icons visualisieren wie hier bei XING beispielsweise.

  • Soziale Leistungen (Kinderkrippe, Unterstützung bei der Wohnungssuche, betriebliche Altersvorsorge)
  • Betriebsrestaurant
  • Möglichkeit zum Betriebssport
  • Firmenwagen

 

  • Formelles
    • Umfang der Bewerbung (Beispiel: komplette Unterlagen, frühestmöglicher Eintrittstermin, Gehaltswunsch)
    • Via E-Mail, Bewerberdatenbank oder Post
    • Bewerbungsschluss
    • Direkte Kontaktperson (Name, Telefon, E-Mail) statt anonymer Adresse (Nutzen Sie schon hier die Chance, einen persönlichen Eindruck von Ihrer Firma zu setzen)

 

 

Empfehlungen:

  • Vorsicht, schrecken Sie Bewerber nicht durch eine zu hohe Zahl an Aufgaben und Anforderungen ab. Markieren Sie in dem von Ihnen erstellten Anforderungsprofil die drei wichtigsten Aufgabenbereiche, in denen der Bewerber oder die Bewerberin tätig sein wird, sowie die drei essenziellen Anforderungen, die er oder sie zu erfüllen hat
  • Unterteilen Sie Ihre Anforderungen anhand von Reihenfolge und Sprache in „unbedingt notwendig“ („unabdingbar“, „notwendig“, „setzen wir voraus“) und „bedingt notwendig“ („idealerweise“, „wünschenswert“)
  • Bei einer transparenten Unternehmenskultur steht auch der Angabe des Gehalts nichts im Wege
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Stellenanzeige in sozialen Netzwerken sowie per E-Mail geteilt werden kann, so verbreitet sich die Anzeige unter interessierten Bewerbern und erreicht einen größtmöglichen Teil der Zielgruppe
  • Ein absolutes Muss heute: Die Stellenanzeige sollte auf mobilen Endgeräten angezeigt werden können und natürlich auch lesbar sein
  • Formulieren Sie am Ende einen „Call to Action“, der die Bewerber motiviert, sich auf Ihre Stelle zu bewerben
  • Übrigens: In diesem bereits oben erwähnten Artikel der karriebibel.de gibt es auch spannende Infos zu den größten „Phrasendreschern“ in Stellenanzeigen.

Mein Fazit zum Aufbau der Stellenanzeige

In einer Stellenanzeige steckt sehr viel Potenzial – nutzen Sie es! Ein prägnanter Titel, eine zielgruppenorientierte, aussagekräftige Beschreibung der Aufgaben und Anforderungen erhöht Ihre Chancen auf hochwertige, passgenaue Bewerbungen und somit darauf, Ihren Wunschkandidaten zu finden. So gelingt eine erfolgreiche Stellenbesetzung!

 

Sie haben noch offene Fragen zu Ihrer Stellenanzeige oder suchen Unterstützung? Rufen Sie mich gern an! KONTAKT.